Presseartikel


Meldung vom 2. Januar 2006 zur Eröffnung der Klosterbibliothek:

Klausener Klosterbibliothek wird nach 200 Jahren wieder geöffnet 

Klausen (dpa/lrs) - Nach 200 Jahren Dornröschenschlaf öffnet die Klosterbibliothek in Klausen (Kreis Bernkastel-Wittlich) wieder ihre Türen. Etwa 2000 Bücher aus dem 15. bis 18. Jahrhundert können ab dem 15. Januar im alten Bibliotheksraum in der Wallfahrtskirche bewundert werden, sagte der Vorsitzende des "Freundeskreises der alten Klosterbibliothek der Augustiner Chorherren in Klausen", Gerhard Schruff, am Montag der dpa. 
Die Bibliothek war nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1802 in Vergessenheit geraten. Seit 1999 waren die Bücher gesäubert und alte Wandmalereien aufgearbeitet worden. Unter den Werken, die von Pilzen, Ruß, Staub und Feuchtigkeit befreit wurden, befinden sich alte Arzneibücher und Messbücher mit schweren Beschlägen. Auch drei Inkunabeln - Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks - zählten zu den "Schätzen" der Bibliothek, sagte Schruff. Europaweit seien bis 1500 rund 22 000 Inkunabeln angefertigt worden, etwa 200 davon lagerten in Klausen. Nach der Säkularisierung des Klosters war ein Großteil der Werke nach Frankreich geschafft worden. 
Die Augustiner Chorherren gehörten der Reformbewegung der "Windesheimer Kongregation" an und hatten das Kloster in Klausen 1456 gegründet. Die Wandmalereien des Raumes von 1502, die 18 heilige Figuren abbilden, sind nach Angaben von Schruff einzigartig für einen klösterlichen Raum, der nicht-kirchlich genutzt wurde. "Diese Räume waren normalerweise schlicht und karg ohne Malerei", sagte er. Die Bibliothek sei besonders gut bestückt gewesen, weil die Augustiner Chorherren als ein "sehr strenger Orden" die Ordensbrüder täglich zu vier Stunden Schreibarbeit verpflichteten, die unter anderem mit dem Abschreiben von Büchern zugebracht wurden. Die Restauration der Bibliothek hat insgesamt rund 300 000 Euro gekostet. 
Mit der Eröffnung der Klosterbibliothek wird auch die neue Ausgabe des Klausener Arzneibuchs aus dem 15. Jahrhundert gefeiert, dessen handschriftliche Texte bis 1802 im Kloster aufbewahrt wurden. Es enthält die wichtigsten medizinischen Texte des Spätmittelalters in moselfränkischer Sprache. Nachdem Hoffmann von Fallersleben im 19. Jahrhundert das Klausener Arzneibuch bereits untersuchte hatte, wurde der Text nun erstmals vom Trierer Historiker Volker Henn und Nachwuchsforschern der Universität Trier als Edition veröffentlicht. (Internet: Klosterbibliothek: www.klosterbibliothek-klausen.de

 

Eine wichtige Ergänzung zu dieser Meldung von unserer Seite:

Die Klosterbibliothek kann zur Eröffnungsfeier am 15. Januar 2006 lediglich von den geladenen Gästen besichtigt werden. Die Räumlichkeiten können aus baulichen Gründen nur von einer begrenzten Personenanzahl betreten werden.

Die Öffnungszeiten für interessierte Besucher werden hier in Kürze bekanntgegeben.   

 

Trierischer Volksfreund vom 27. Oktober 2001

Kostbare Drucksachen

Freundeskreis für die Erhaltung der Klosterbibliothek Klausen sucht Buchpaten

Von der TV-Mitarbeiterin
PETRA GEISBÜSCH

Gerhard Schruff blättert im 1489 gedruckten Buch über die "Predigten des ruhigen Schlafes".Foto: Petra Geisbüsch
KLAUSEN. Im Bestand der alten Klosterbibliothek sind ungeahnte Schätze aufgetaucht. Für die Restaurierung dreier wertvoller Inkunabeln und eines Mirakelbuches sucht man nach öffentlichen und privaten Sponsoren .

Im Jahre 1457 zogen die ersten Augustiner Chorherren von den Klöstern Böddegen in Westfalen und Niederwerth bei Koblenz nach Klausen und gründeten dort ein Kloster. Sie gehörten der Reformbewegung der "Windesheimer Kongregation" an und lebten nach strengen, asketischen Regeln: Harte Arbeit, Demut, Keuschheit, Frömmigkeit gehörten dazu, außerdem Schreibarbeiten in jeder freien Minute. Im Lauf der Jahrhunderte entstand so ein beachtlicher Buchbestand. Nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgelöst, die Besitztümer nach Frankreich geschafft, die Bibliothek fiel in einen Dornröschenschlaf.

Tierblut als Tinte

Die großartigen Bücher, die teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammen, gerieten in Vergessenheit. Feuchtigkeit, Ruß, Staub, der Bücherwurm und Schimmelpilze verrichteten derweil ganze Arbeit und beschädigten die Werte arg. Im Juni 1999 gründete sich dann der "Freundeskreis für die Erhaltung der alten Klosterbibliothek der Augustiner Chorherren in Klausen", der sich die Restaurierung der Bücher zum Ziel gesetzt hat.

Gefunden wurden in Klausen in einem bis dahin verschlossenen Raum, immerhin etwa 2000 alte Bücher. Inzwischen ist die grobe Reinigung etlicher Werke erfolgt, die Bücher sind entpilzt. Längst sind sie an einen sicheren Ort verbracht worden, wo sie unter optimalen klimatischen Bedingungen gelagert werden können, damit der Verfall nicht fortschreitet. Und echte Schätze haben die 45 Bücherfreunde gefunden. Da sind zum Beispiel drei Inkunabeln aus dem 15. Jahrhundert. "Inkunabeln sind Wiegendrucke, von denen bis zum Jahr 1500 nur etwa 20000 Stück hergestellt wurden", erläutert Gerhard Schruff, ein Pensinär, der sich um die Bücher kümmert. Als Tinte benutzten die Klosterbrüder Tierblut, mit Wein gefestigte, ausgekochte Schlehenschalen oder auch Lapislazuli.

Mit einem Sechser im Lotto vergleicht der Freundeskreis ihren Fund. Da sind zum Beispiel die "Sermone de dormi Secure", übersetzt die "Predigten vom ruhigen Schlaf". 1489 gedruckt, sollte damit den Seelsorgern die Mühe eigener Predigtvorbereitungen abgenommen werden.

Es war eines der meistgedruckten Werke seiner Zeit. Adalbert Sprinkmeyer, der lange Jahre in Südamerika lebte, verbringt in Klausen seinen Ruhestand und arbeitet an der Ergründung des geistigen Inhalts Bücher. Vor wenigen Tagen sind die ersten sechs restaurierten Bücher zurückgekommen. Schon lange setzt der Freundeskreis alle Hebel in Bewegung, Gelder zu erhalten, um die Restaurierungen zu finanzieren. Unter anderem haben die Trierer Nikolaus-Koch-Stiftung sowie Landesvater Kurt Beck persönlich dem Freundeskreis großzügig unter die Arme gegriffen. Die Denkmalschutzbehörde stellte im vergangenen Jahr 200 000 Mark bereit, 10 000 Mark kamen von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz. Außerdem schreiben Schruff und seine Mitstreiter unablässig Bittbriefe an Industrie und Handel.

Am Freitag, 2. November, 14.45 Uhr, wird nun der Mainzer Staatssekretär Roland Härtel sich vor Ort ein Bild von der Situation machen. Auch Schruffs nächste Idee wird jetzt angegangen. Er sucht Privatleute, die sich zur Übernahme einer Patenschaft für die Restaurierung jeweils eines speziellen Buches bereit erklären.

Am 8. November sind zunächst einmal nur Klausener Bürger ins Pfarrheim am Augustinerplatz eingeladen. "Sie sollen als erste wählen dürfen", so Gerhard Schruff.

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Trierischer Volksfreund vom 19. Oktober 2001

Eberhardsklausen und Teufelsstein

Ein literarischer Abend für den Heimatdichter Peter Zirbes

Von der TV-Mitarbeiterin
CHRISTINE MARMANN

Christina Anders und Gerd Schuff verschaffen Peter Zirbes in Klausen Gehör.Foto: Petra Geisbüsch

KLAUSEN. Vor einhundert Jahren verstarb der Eifeler Heimatdichter Peter Zirbes. Der Freundeskreis der Augustiner Chorherren aus Klausen nahm dies zum Anlass, ihm einen literarischen Abend zu widmen.

"Eberhardklausen und der Teufelsstein", so dichtete Peter Zirbes schon vor mehr als hundert Jahren. Bei Kerzenschein, Tee und Gebäck wurde die Lebensgeschichte des Heimatdichters nun im Klausener Pfarrsaal erzählt. Christina Anders, die zum jeweiligen Lebensabschnitt ein passendes Gedicht vortrug, hatte viel Freude an diesem Abend: "Ich könnte noch Stunden lang weiter lesen".

Auch die Zuhörer waren sehr angetan. "Es ist eine gemütliche Atmosphäre hier, man fühlt sich mit den Gedichten wieder in alte Zeiten zurück versetzt", so Gertrud Berg.Den meisten war Peter Zirbes ein Begriff. "Schon seit meiner Schulzeit bin ich mit den Gedichten vertraut, einige haben wir auch auswendig gelernt", erinnert sich Willi Becker.

Die Lebensgeschichte wurde in einzelnen Abschnitten erzählt, und zwischen den Erzählabschnitten zeigte Gerd Schruff kleine Filme mit Landschaftsaufnahmen, die musikalisch passend untermalt waren. "Wir wollten, dass die Leute nicht die Aufmerksamkeit verlieren, und den Abend abwechslungsreich gestalten", sagt der erste Vorsitzende des Freundeskreises der Augustiner Chorherren, Gerd Schruff. Im Mittelpunkt des Abends stand der Mensch Peter Zirbes. Ihn den Zuhörern näher zu bringen war Ziel des Abends. Gerade für die Jüngeren, denen der Dichter nicht so bekannt war. "Den Namen habe ich schon mal gehört und auch das ein oder andere Gedicht gelesen – aber über sein Leben weiß ich eigentlich nichts", sagt Marco Brösch.

"Seine Heimatverbundenheit und sein Geist beeindrucken mich immer wieder", sagt Gudrun Gilles. "Durch seine Gedichte und Geschichten bleiben alte Denk- und Lebensweisen erhalten. Schade, dass man heute nicht mehr so viel von ihm hört", sagt Hildegard Neukirch.

Auch von anderer Seite kam Bewunderung für Peter Zirbes zum Ausdruck: "Für jemanden, der nicht mal die Volksschule abgeschlossen hat, überzeugen seine Gedichte. Sie sind spannend und von tiefer Frömmigkeit geprägt", lobt Stefan Kritten den Dichter.



Quelle: Trierischer Volksfreund, http://www.intrinet.de - Wir bedanken uns herzlich für die Abdruckgenehmigung.